Reise in die Bretagne 2013

Nicolle Saudrais ist eine fröhliche, agile Französin. Als Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins Creil, Marls Partnerstadt, hat sie aufregende Wochen hinter sich. Und jetzt stehen 30 reiselustige Bürger aus Marl, Creil und Pendle vor ihr, die zu einer mehrtägigen Bretagnereise eingeladen wurden.
In den Vorbereitungen zu dieser Reise steckt viel Arbeit und Herzblut. Für die Gäste aus Deutschland, England und Frankreich sind Reisen dieser Art nicht ungewöhnlich. Im jährlichen Wechsel laden die Partnerstädte ihre Freunde zu Besichtigungstouren in ihre Heimat ein. Im letzten Jahr waren die Engländer an der Reihe. Deren Einladung nach Liverpool wurde damals ein großer Erfolg.
Auch die Busreise durch die Bretagne, die Nicolle Saudrais penibel vorbereitet hatte, entpuppt sich als etwas Besonderes. Die Reisenden fahren durch eine faszinierende Landschaft: sanfte Hügel die noch im Herbst saftig grün sind. Die Luft ist hier klar und frisch. Das Meer ist nirgendwo weit entfernt. Die gedrungenen Häuser sind aus farbigem Granit gebaut. Viele kleine Dörfer haben einen typisch englischen Touch. Auch so kann Frankreich sein! Kleine malerische Hafenstädtchen beeindrucken mit ausgeprägtem Gezeitenwechsel Bei Cap Frehel blicken die Reisenden von einer wild zerklüfteten Küste auf das Meer. Atemberaubend! Sie besuchen St. Malo, eine mittelalterliche Stadt am Atlantik mit eindrucksvollen Befestigungsanlagen aus dem 17. Jahrhundert. Sie staunen über die vielen alten Kirchen. Die Bretonen sind für ihre tiefe Religiosität bekannt. Ein Grund, warum die Pariser sie als rückständig und naiv belächeln .
Die Tanzvorführung einer bretonischen Trachtengruppe beeindruckt die Besucher und wird zu einer gemeinsamen Tanzveranstaltung umprogrammiert. Auch wenn die Verständigung manchmal mühselig ist. Wozu hat man Hände und Füße? Und die Gäste stellen fest, dass Bretonen eine besonderes Völkchen sind. Mit der Regierung in Paris haben sie ihre Probleme, und die Regierung mit ihnen. "Die spinnen, die Pariser!" ist hier oft zu hören. Diesen Satz kennen wir doch? Richtig! Asterix war Bretone. Kein Wunder, dass es hier auch Hinkelsteine gibt: Menhire. Findlinge, von riesigen Ausmaßen. Und das kleine rebellische Dorf, das so standhaft den Römern trotzte? Das könnte z.B. Erquy sein, ein Ort an einem der schönsten französischen Küstenabschnitte. Wildschweinbraten gibt es leider nicht. Aber die bretonische Küche hat auch so einiges zu bieten.
Für den Abschluss hat Nicolle Saudrais etwas Besonderes aufgespart: den Mont St. Michel. Eine steinerne Insel im Ärmelkanal, dicht vor der Küste, mit pyramidenförmiger Bebauung. Der Turm der Abteikirche als Spitze. Ein unvergesslicher Anblick!
Die Gäste aus den Partnerstädten sind von dieser Reise beeindruckt. Und Nicolle Saudrais erreichte, was sie wollte. Sie hat ihren Freunden aus England und Deutschland einen eindrucksvollen Teil ihrer Heimat gezeigt. Und sie hat es geschafft, dass Freundschaften zwischen den Partnerstädten vertieft und neue Freundschaften geknüpft wurden.

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Nicolle Saudrais, Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins Creil.

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